Weitere Freiwilligendienste

Ungeregelte / nicht geförderte Freiwilligendienste

Das Angebot an Organisationen,  Einsatzmöglichkeiten und Einsatzorten ist riesig und im wahrsten Sinne des Wortes global. Den Freiwilligen steht die ganze Palette der Möglichkeiten offen, denn im Gegensatz zu weltwärts, kulturweit, FSJ/FÖJ und IJFD können die Entsendeorganisationen auch ihren Sitz im Ausland haben. Andererseits können solche Freiwilligendienste aber auch regional begrenzt angeboten werden: In größeren Städten gibt es viele  Kirchengemeinden oder Eine-Welt-Initiativen, die eigene Projekte im Ausland unterstützen und dorthin ihre eigenen Freiwilligen entsenden.

Während die Bedingungen für Stellen in den geförderten Diensten vom Staat bzw. der EU genau vorgeschrieben sind, legen die Organisationen in den nicht geförderten Diensten die Bedingungen und die Kosten für ihre Dienste selbst fest. Diese sind oft sehr unterschiedlich, viele Angebote sind richtig teuer. (Beim Freiwilligen Sozialen / Ökologischen Jahr (FSJ / FÖJ), beim Internationalen Jugendreiwilligendienst (IJGD), bei kulturweit, weltwärts und beim Europäischen Freiwilligendienst (EFD) übernimmt der Staat bzw. die EU (fast) alle Kosten, deshalb sind diese Stellen auch sehr begehrt und knapp.)

Im Allgemeinen können Kosten anfallen für: Vermittlungs-/Teilnahmegebühren, Unterkunft und Verpflegung, Betreuung vor Ort, Versicherungen (Krankheit, Unfall, Haftpflicht), An- und Abreise, evtl. Visum. Welche Kosten in welcher Höhe die Organisationen an die Freiwilligen weitergeben, ist sehr unterschiedlich. Für Versicherungen, An- und Abreise, Visum muss man fast immer selbst bezahlen. Allein für Vermittlungs-/Teilnahmegebühren und Betreuung vor Ort können sich die Kosten je nach Organisation auf mehrere tausend Euro pro Jahr belaufen.

Die Organisationen leben meist von Spenden; nehmen sie genug ein, können sie den Freiwilligendienst sehr günstig oder fast umsonst anbieten. Eine Lösung, um die Kosten zu mindern, ist der Aufbau eines Spendenkreises (= Förderkreis oder Unterstützerkreis) durch die Freiwilligen - weitere Informationen siehe unter: Kosten, Förder-/Unterstützerkreis.

Manche Organisationen bieten neben ihren eigenen Programmen auch Aufenthalte im Rahmen von geförderten Diensten (z.B. FSJ, weltwärts, IJFD usw.) an; d.h. man muss dann bei derselben Organisation für die eine Form des Freiwilligendienstes bezahlen, für die andere nicht. Um dieses Ungleichgewicht auszugleichen, fordern viele Organisationen auch die Teilnehmer/innen, die sie über geförderte Dienste verschicken, zum freiwilligen Aufbau eines Spendenkreises auf oder verlangen einmalig eine bestimmte Geldsumme; siehe auch unter Entsendeorganisationen.

Der Anspruch auf Kindergeld ist nicht - wie bei den geregelten Diensten - selbstverständloich. Es wird in der Regel aber bis zu einem halben Jahr weiterbezahlt, wenn der Freiwilligendienst bei der Kindergeldstelle als Praktikum ausgewiesen wird. Dies geschieht in einem formlosen Schreiben.

Weitere Informationen und Entsendeorganisationen

Datenbanken/Suchmaschinen für die Stellensuche: 

  • Programmdatenbank der eurodesk-Partner: Beste und umfangreichste Datenbank für Auslandsaufenthalte - auch für Freiwilligendienste; stets aktuell. 
  • Arbeitskreis „Lernen und Helfen in Übersee“ e.V. listet viele Links zu einer ganzen Reihe von Trägern für verschiedene Dienste auf. Ein Stellenmarkt für Freiwillige ermöglicht die Suche nach Stellen für Freiwilligendienste, Praktika, Einsätze in der Entwicklungshilfe. Der Stellenmarkt unterscheidet aber nicht zwischen geförderten und ungeförderten Diensten, man findet hier also auch z.B. viele weltwärts-Stellen.
  • idealist.org
    Große englische Organisation, die weltweit Freiwillige vermittelt. Über eine riesige Datenbank kann man Einsatzstellen weltweit finden - nach Ländern geordnet; Menüpunkt: Volunteer Opportunities 
  • Anywork anywhere
    Jobs and resources for work and travel throughout the UK and worldwide.
  • Overseas Job Centre
    Diese englischsprachige Seite bietet viele Informationen über Freiwilligendienste und Arbeitsmöglichkeiten weltweit. 
  • Das Europäische Jugendportal 
    Umfangreiche Linkliste zum Freiwilligendienst in Europa und weltweit.
  • ökojobs
    Vermittlung von Praktika und Freiwilligendiensten im Umweltbereich.

Kurze Dienste bis zu 6 Monaten

Während die traditionellen Freiwilligendienste im Allgemeinen 6 - 12 Monate dauern (in Ausnahmefällen bis zu 2 Jahren), gibt es daneben ein wachsendes Angebot für kürzere Dienste unter 6 Monaten. Von der Dauer und vom Ablauf ähneln sie damit Workcamps - und werden deshalb schwerpunktmäßig auch von Workcamp-Organisationen angeboten.

  • Die Angebote sind zugeschnitten für die Zeit der Semesterferien oder für eine Überbrückungszeit zwischen Schulende und Studium bzw. Ausbildung.
  • Dienste unter 6 Monaten sind nicht gefördert; sie kosten immer Geld - Ausnahme: Für benachteiligte Jugendliche bietet der EFD voll finanzierte Freiwilligendienste ab 2 Wochen an.
  • Es gibt meist keine Vorbereitungs- und Begleitseminare, die für einen sinnvollen Einsatz in Entwicklungs- und Schwellenländern wichtig sind.
  • Die Anmeldefristen sind im Vergleich zu den geförderten Diensten meist kürzer, das Bewerbungsverfahren einfacher.
  • ASA-Projekte: Lernprogramm für gesellschaftspolitisch und entwicklungspolitisch interessierte Menschen; für die 250 Stellen, die jährlich vergeben werden, gibt es Stipendien.


Übersicht über einige Träger (Entsendeorganisationen)


IBG: MTV - mittelfristiger Freiwilligendienst

  • Voraussetzungen: Sprachkenntnisse - je nach Einsatzland - in Englisch, Französisch oder Spanisch
  • Einsatzstellen: Amerika, Europa und Ostasien
  • Kosten: 180 € Vermittlungsgebühr (bei einigen Ländern Zusatzkosten), Unterkunft- und Verpflegung vor Ort frei; Flug und Versicherung müssen selbst bezahlt werden.


IJGD
MTV - mittelfristiger Freiwilligendienst

  • Alter: ab 20 Jahre
  • Voraussetzung: Sprachkenntnisse - je nach Einsatzland - in Englisch, Französisch oder Spanisch
  • Einsatzstellen: 35 Länder in Afrika, Asien, Europa, Lateinamerika, Ozeanien.
  • Kosten: 245 € für Vor- und Nachbereitungsseminare und Vermittlungsgebühr; Kosten für Unterkunft und Verpflegung je nach Einsatzstelle (ab 50 €/Woche); Flug und Versicherung müssen selbst bezahlt werden.

 

ASA-Programme: 

  • Dauer: 3 Monate
  • Alter: 21 - 30 Jahre
  • Voraussetzung: Bewerben kann sich, wer studiert oder einen Bachelor-Abschluss, der nicht länger als 1 1/2 Jahre zurückliegt oder eine abgeschlossene Berufsausbildung hat. 
  • Art des Einsatzes: arbeiten, leben und lernen in einer entwicklungspolitischen Organisation in Afrika, Asien, Lateinamerika oder Südosteuropa
  • 250 Stipendien in über 50 Ländern weltweit
  • Bewerbungstermine: 10.11. - 10.01.

 

Experiment e.V.

  • Einsatzländer: Südamerika, Asien, Afrika, Neuseeland
  • Kosten: abhängig vom Einsatzland

 

pro international e.V.

  • Dauer: 3 - 12 Monate, auch Workcamps
  • Voraussetzungen: gute Englischkenntnisse
  • Einsatzstellen: Amerika, Afrika, Europa, Asien
  • Kosten: abhängig vom Einsatzland

Freiwilligendienste in der Natur, WWOOF

Für Freiwillige, die gern in der Natur arbeiten oder auf Bauernhöfen gibt es besondere Angebote. Hier kann meist auch der Zeitraum der Tätigkeit individuell festegelegt werden, die Anmeldeformalitäten sind wesentich unkomplizierter.
Das bekannteste Angebot is wwoof - Arbeiten auf Biobauernhöfen in aller Welt - s. dazu mehr unter: Jobben und Arbeiten in Natur und Umwelt, WWOOF.